Die himmlischen Bücher

Die himmlischen Bücher

Wer die Bibel kennt, weiß, dass sie eine Zusammenstellung verschiedener Schriften ist – “Bücher” genannt. Darum soll es hier aber nicht gehen. Dieser Artikel handelt von himmlischen Büchern, die in der Bibel genannt werden. Die Bibel spricht von verschiedenen Büchern, die unterschiedliche Bedeutung haben und von Gott selbst geführt werden.

Ein Buch zur Zeit des Alten oder Neuen Testamentes war eine Schriftrolle von der Dicke und Länge, die dem Text entsprach. Ob im Himmel auch solche Schriftrollen geführt werden oder ob sie vielleicht eher unseren heutigen Büchern mit verschiedenen Seiten entsprechen oder vielleicht sogar ganz anders aussehen, weiß ich natürlich nicht.

Tatsache ist: Gott führt Buch. Und zwar sehr genau über jeden Tag eines jeden Menschen. Zum letzten Gericht über die gesamte Menschheit werden Bücher aufgetan und die Menschen gerichtet (Daniel 7, 10; Offenbarung 20, 12). Interessant ist hier die Aussage der Offenbarung: Es werden Bücher geöffnet und auch ein weiteres Buch: Das Buch des Lebens. Das würde also bedeuten, dass es neben dem Buch des Lebens noch andere Bücher geben muss. Welche Bücher sind das? Gibt uns die Bibel Auskunft darüber?

Psalm 56, 9: Das Buch der Tränen

Gott kennt seine Kinder. Er weiß genau, wie es uns geht und weiß, welche Sorgen wir haben. Er weiß aber auch, welche Trauer wir tragen und wieviel Tränen wir weinen. Er zählt sie sogar, schreibt sie in sein Buch und sammelt sie in einem Schlauch – ein Gefäß zur Zeit des Alten Testaments (Psalm 56, 9). Ich bin mir sicher, dass Gott auch die Tränen zählt, die wir nicht sichtbar, sondern im Herzen weinen.

Als ich vor einiger Zeit – es war zu Beginn des Corona-Terrors – mit meiner Frau ans Meer fuhr, brach sie beim Anblick des Wassers in Tränen aus. Sie liebt das Meer so sehr. Ihr wurde in diesem Augenblick bewusst, dass wir nie wieder einen Urlaub am Meer würden verbringen können. Ihre Trauer war so groß, weil ihr bewusst wurde, dass wir unser bisheriges Leben nie wieder zurückerhalten würden. Ich konnte sie damals nur in den Arm nehmen, um ihre schlimmste Trauer zu teilen. Wegen ihres Leides kamen auch mir die Tränen, weil ich sie davor nicht schützen konnte. Aber ich bin mir sicher, dass ihre Tränen von Gott gezählt und aufgeschrieben wurden. Etwas anderes ist mir in diesem Moment klar geworden: Gott zählt nicht nur die Tränen, die wir weinen – er erschwert auch entsprechend unserer Tränen das Gericht an den Menschen, die uns diese Tränen zugefügt haben. Wer uns Schmerzen zufügt, muss sich darüber im Klaren sein, dass er sich letztlich mit Gott selbst anlegt.

Egal, welche Trauer wir erleben, wir dürfen sicher sein, dass Gott einmal alle Tränen abwischen wird (Jesaja 25, 8; Offenbarung 21, 4). Mit anderen Worten: Er wird uns vollständig trösten, so dass keine Trauer mehr bleibt und wird diese Trauer in Freude wandeln. Auch wenn wir nicht wissen, wie das gehen soll, weil wir ja nichts vergessen, können wir darauf vertrauen, dass, wenn Gott Tränen abwischt, diese wirklich endgültig vergessen sind.

Psalm 139, 16: Das Buch der Tage

Gott beobachtet jeden Einzelnen von uns sehr genau und vergisst uns nie (Hiob 34, 21). Weil Gott aber auch ohne Zeit ist, kennt er unser Leben bereits, bevor es begonnen hat. Deshalb kann er unsere Taten und unser gesamtes Leben bereits aufschreiben, bevor es begonnen hat (Psalm 139, 16). Im Buch der Tage hat er aufgeschrieben, wann wir geboren werden und wann wir sterben. Damit steht fest, dass unser Leben in seiner Hand liegt. Er ist der Herr unseres Lebens und entscheidet, wieviel Tage uns zustehen. Wenn Gott entscheidet, dass die letzte Minute unseres Lebens zu Ende ist, können wir nichts tun, um diesen Zeitpunkt auch nur um eine Sekunde hinauszuzögern. Damit können wir mit Mose beten: “Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.” (Psalm 90, 12)

Dabei muss man sich das muss man sich mal vorstellen: Wieviel Menschen haben jemals gelebt? Wieviel Tage haben sie verbracht? Was muss das für eine riesige Bibliothek sein, die alle diese Tage fassen soll!

Offenbarung 20,12: Das Buch der Werke

In Offenbarung 20,12 wird das Gericht Gottes am Ende der Zeit beschrieben: Menschen werden nach ihren Taten gerichtet. Diese Taten wurden in Büchern niedergeschrieben. Nichts, was wir getan haben, geht jemals verloren. Die meisten unserer Taten geraten bei uns selbst in Vergessenheit. Aber bei Gott wird es nicht vergessen. Er schreibt es auf, damit er ein gerechtes Urteil sprechen kann. Hier gibt es eine Einschränkung: Dieses Gericht wird nicht jeder erleben. Wer sein Leben Jesus übergeben hat und ihn als seinen Herrn anerkennt, wird dieses Gericht nicht erleben. Wir als Kinder Gottes dürfen uns darüber freuen, dass unser Gericht bereits am Kreuz auf Golgatha stattgefunden hat, als Jesus für unsere Schuld starb.

Matthäus 12, 36: Das Buch der Worte

Gott ist Richter über unser Leben, unsere Taten – aber auch über unsere Worte: Wir werden Rechenschaft ablegen müssen über jedes unnütze Wort, das wir gesagt haben (Matthäus 12, 36). Selbst jede noch so kleine Aussage wird von Gott genau beobachtet. Hiob hatte sich gewünscht, dass seine Worte bei Gott aufgeschrieben bleiben (Hiob 19,23). Wir wissen, dass Gott jedes unserer Worte aufschreibt. Ich bin mir sicher, dass Er auch aufschreibt, welche Wirkung unsere Worte haben: Waren sie eine Ermutigung für Andere oder haben sie entmutigt? Haben wir mit ihnen Gottes Reich gebaut oder geschwiegen? Es steht nirgendwo in der Bibel, aber ich bin mir sicher, dass Gott auch unser Schweigen festhält, wo wir Ihn hätten bekennen müssen.

Gott beobachtet uns aus Liebe

Heute sorgen wir uns darum, dass wir unsere Freiheit verlieren, die wir in den letzten Jahren in einer freiheitlichen Demokratie genießen durften. Internet- und Software-Giganten machen sich daran, jeden unserer Schritte zu verfolgen und das, was wir sagen und tun, aufzuzeichnen und gegen uns zu verwenden (z. B. Microsofts “ID2020” und das chinesische Social-Credit-System, das auch bald bei uns eingeführt wird).

Bei Gott gibt es das alles bereits, aber mit dem großen Unterschied, dass er uns damit nicht knechten will – im Gegenteil: Er verfolgt jeden unserer Schritte, um uns zu führen und zu schützen. Wir sollen ein Leben führen, das wir im Glauben an ihn beenden und die Ewigkeit bei ihm verbringen. Seine Blicke sind voller Liebe auf uns gerichtet. Gott sucht nicht unsere Fehler. Er will sie uns vergeben, weil er uns durch die Brille eines liebenden Vaters sieht, der seinen einzigen Sohn gab, der für unsere Schuld bezahlt (Johannes 3, 16).

Offenbarung 17, 8: Das Buch des Lebens

Das Buch des Lebens enthält die Namen aller Menschen, die jemals ihr Leben erhalten haben – egal, ob sie geboren wurden oder nicht. Es wurde geschrieben, noch bevor unsere Welt und das Universum geschaffen wurden (Offenbarung 17, 8). Es wird in diesem Buch jeder Einzelne eingetragen, keiner fehlt dort. Selbst ungeborene Babys sind dort verzeichnet, egal, ob sie abgetrieben werden oder während der Schwangerschaft sterben.

Allerdings schwebt jeder in der Gefahr, aus diesem Buch wieder gestrichen zu werden. Man kann aus diesem Buch nur gestrichen werden. Einen Neueintrag gibt es nicht, weil Gott jeden nur einmal einträgt Wer gestrichen wurde, wird unweigerlich in die Hölle gehen (Offenbarung 20, 12). Das trifft Menschen, die in offener Auflehnung gegen ihren Schöpfer leben und nichts von ihm wissen wollen. Jesus hat das einmal die “Sünde gegen den Heiligen Geist” bezeichnet, die nicht vergeben werden kann (Markus 3, 29; Lukas 12, 10). Eine – nicht erschöpfende – Liste dieser Taten, die nicht vergeben werden, finden wir im 1. Korintherbrief 6, 9 – 10. Irgendwann hat ein Mensch sein Herz so sehr verstockt, dass er Gottes Rufen nicht mehr hören kann.

Gott warnt uns die ganze Bibel hindurch, dass wir seine Gebote halten sollen. Er will, dass wir leben (5. Mose 30, 15 – 16). Deshalb hat er Jesus am Kreuz sterben lassen. Wer sein Leben Jesus übergibt und ihn als Herrn anerkennt, kann nicht mehr aus dem Buch des Lebens gestrichen werden.

Wer wird aus dem Buch des Lebens gestrichen?

Darüber kann man trefflich streiten. Grundsätzlich entscheidet Gott selbst, wer gestrichen wird und wer nicht. Von Mose und Paulus ist bekannt, dass sie bereit waren, sich selbst aus dem Buch des Lebens streichen zu lassen, um ihr Volk zu retten (2. Mose 32, 32, Römer 9, 3). Aber das ist nicht möglich. Wir können nicht für andere glauben und auch nicht ihre Sünden auf uns nehmen. Gott entscheidet, wer aus dem Buch des Lebens gestrichen wird. Das wird der sein, der gegen ihn sündigt (2. Mose 32, 33). Allerdings müssen wir hier berücksichtigen, dass Gott jedem Menschen mehrere Chancen einräumt, in denen er ihn ruft. Das sind Momente, in denen der Heilige Geist besonders aktiv ist und einen Menschen zu Gott zieht. Dabei erfährt jeder Mensch mindestens zwei bis drei solcher Rufe, um sich zu Jesus zu bekehren (HIob 33, 29 – 30). Erst wenn die letzte Chance vertan wurde, wird dieser Mensch aus dem Buch des Lebens gestrichen. Ein weiterer Ruf Gottes erfolgt danach nicht mehr. Ob es aber auch mehr als drei Rufe sein können, wissen wir nicht. Deshalb können wir nicht entscheiden, ob wir einem Menschen die Gute Nachricht vom Erlösungstod Jesu erzählen.

Für uns als Kinder Gottes ist es deshalb wichtig zu wissen, dass wir eben nicht wissen, wann ein Mensch seinen letzten Ruf erfahren hat. Unser ständiger Auftrag bleibt deshalb, Menschen zu Gott zu rufen. Es steht uns nicht zu, einen Menschen von diesem Ruf auszuschließen. Im Gegenteil. Wir versündigen uns, wenn wir einem Menschen nicht von Gottes Liebe und Jesu stellvertretendem Tod am Kreuz erzählen (Hesekiel 33,8).

Das Buch des Lebens des Lammes

Amir Tsarfati – ein von mir sehr geschätzter messianischer Jude und Bibellehrer – spricht auch vom “Buch des Lammes”. Nur, wer in diesem Buch steht, wird in den Himmel kommen und damit das Ewige Leben erhalten. Die Namen dort werden mit dem Blut des Lammes (=Jesus Christus, Johannes 1,29) geschrieben, dass der Herr Jesus für uns vergossen hat.

Allerdings muss ich einserseits Amir widersprechen: Das Buch des Lammes wird zwar in zwei Versen genannt (Offenbarung 13, 8 und 21, 27). Dort steht das “Buch des Lebens des Lammes”. Aus dem Kontext lässt sich aber erennen, dass es sich “lediglich” um das Buch des Lebens handelt und sich von diesem nicht unterscheidet. Es wäre ja auch unlogisch: Heißt das, dass jemand in beiden Büchern stehen muss, um in den Himmel zu kommen? Was passiert, wenn man im Buch des Lebens aber nicht im Buch des Lammes steht? Ich habe darüber in der Bibel nichts gefunden.

Andererseits gebe ich Amir Recht: Im Buch des Lebens stehen Menschen, die Jesu stellvertretenden Tod für sich in Anspruch genommen und ihm ihre Sünden bekannt haben (von den gläubig Gestorbenen des Alten Testamentes mal abgesehen). Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Namen tatsächlich mit dem Blut des Lammes geschrieben oder zumindest unterstrichen werden. Das steht zwar nicht in der Bibel, ist aber ein schöner Gedanke.

Offenbarung 5, 1 – 7: Das Buch mit sieben Siegeln

Noch ein Buch gibt es im Himmel, das uns in der Offenbarung beschrieben wird: Das Buch mit den sieben Siegeln (Offenbarung 5, 1 – 7). Es ist ein himmlisches Buch, wird aber nicht zum letzten Gericht der Menschheit geöffnet. Noch bevor dieses Gericht stattfindet, wurde das Buch mit den sieben Siegeln bereits geöffnet. Dieses Buch beschreibt den Beginn der Trübsal am Ende der Zeit. Alles, was in dieser Zeit geschieht, ist dort aufgezeichnet und wird mit jedem einzelnen Siegel, das vom Lamm Gottes geöffnet wird, sichtbar. Jesus selbst setzt dabei die Ereignisse in Gang. Daran können wir erkennen: Wie groß die Zerstörung, der Hass und das Chaos auch in dieser letzten Zeit werden mögen – Gott hat noch immer alles unter Seiner Kontrolle. Nichts entgleitet seiner Gewalt. Und – wie wir bei den vorigen Büchern bereits gesehen haben – weil er uns liebevoll begleitet, weiß er auch, was uns zustößt und wird uns am Ende der Zeit trösten.

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